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Der Brunnen Berscheba - ein Ort der Hoffnung mitten in der Wüste
Der Brunnen Berscheba - ein Ort der Hoffnung mitten in der Wüste
Woher unser Name kommt...

Der Name unserer Wohngemeinschaft "Berscheba" verbindet uns mit Israel und einer alttestamentlichen Überlieferung: Berscheba ist heute eine Stadt mitten in der Wüste Israels, die sich um eine Oase gegründet hat – ein Oasenort mitten in der Wüste. Im Alten Testament ist Berscheba Hand-lungsort verschiedenster Begebenheiten. Die wohl bekannteste Geschichte stammt aus dem Alten Testament in der Bibel:

Abraham uns seine Frau Sarah bekommen keine Kinder; sie sind schon hochbetagt und werden wohl zeitlebens ohne Nachkommen bleiben. Die beiden leiden darunter, so dass Sarah eines Tages ihren Mann Abraham zu Hagar, der Magd schickt. Vielleicht kann Hagar einen Nachkommen für Abraham zur Welt bringen. Das sehnsuchtsvoll Erwartete geschieht und Hagar gebiert einen Knaben: Ismael. Einige Jahre später erhalten Abraham und Sarah von einem Engel die unglaubliche Botschaft und Zusage, noch ein gemeinsames Kind zu bekommen. Unglaublich und eigentlich unmöglich – doch: Isaak wird geboren. Für Sarah wird das Zusammenleben mit der Magd und Ismael unerträglich und sie bittet ihren Mann Abraham, die beiden fortzuschicken. Abraham tut, was Sarah fordert und Hagar muss mit ihrem heranwachsenden Sohn die Zelte Abrahams verlassen.
Ohne Schutz, ohne Einkommen, ohne Versicherung, ohne Perspektive, ohne Ziel geht sie los – mit einem Brot und einem Schlauch Wasser - soweit ihre Füße sie tragen, irren die beiden durch die Wüste. Kraftlos und völlig verzweifelt lässt Hagar Ismael sich unter einen Strauch legen und be-ginnt selbst zu Gott zu weinen und zu klagen.
Gott hört sie, verspricht ihr Schutz, öffnet ihr die Augen und weist ihr und ihrem Sohn den Weg zu dem nahen Brunnen: Berscheba -Schwurbrunnen: Gott verspricht nicht nur Wasser und Rettung für den Moment, sondern eröffnet neue Perspektiven für Hagar: Ich will deinen Sohn zu einem großen Volk machen. Ich weiß um deine Zukunft.

Berscheba steht für einen Ort, an dem eine Frau - wehrlos und rechtlos gemacht auch durch gesellschaftliche Strukturen - klagen und weinen darf. Sie vertraut sich an und wird gehört, sie wird bei ihrem Namen gerufen, ihr wird Würde und Wert zu gesprochen, sie gönnt sich eine Ruhepause, kann sich stärken, neue Perspektiven entwickeln und sich wieder aufmachen. Dies alles geschieht, in dem Gott sie ansieht und sie sich zu ihm wendet, dies alles geschieht in einer Beziehung zu einem DU. Gott besiegelt diese Beziehung mit einem Versprechen, mit einem Schwur am Brunnen. Der Brunnen ist sichtbares Zeichen, ist Symbol der Sorge Gottes für die Menschen. Eine uralte Geschichte, die in vielem richtungsweisend ist für die Konzeption einer Wohngemeinschaft, die Ende des 20. Jahrhunderts entsteht und in diesem Jahr ihren 10-jährigen Geburtstag feiert.